Kindertrauer

Ein Mensch, der Dir wichtig ist, ist gestorben.

Nichts ist mehr so wie es war, alles ist verändert. Du erlebst jetzt vielleicht eine Menge Gefühle, die Du bisher so nicht kanntest. Und die Menschen um Dich herum verstehen Dich oft nicht einmal. Das macht es noch schlimmer!

Alles ist anders und vielleicht denkst du, dass das jetzt immer so weiter geht. Ganz gleich ob Du sehr wütend oder verzweifelt bist, ob Du Dich überdreht oder ganz still erlebst, es wird nicht immer genau so bleiben. Auch wenn Du immer traurig sein wirst, weil Deine Mama, Dein Papa, Dein Bruder oder Deine Schwester gestorben ist, irgendwann wird es auch wieder Momente geben, in denen Du unbeschwert sein kannst.

Wenn du über das sprechen möchtest, was Du gerade erlebst oder es Dir gut tut, einfach nur mit anderen Kinder zusammen zu sein, denen es ganz ähnlich geht wie Dir, komm doch einfach mal bei uns vorbei. Gemeinsam könnt ihr diese schwere Zeit vielleicht besser durchstehen.

Bei uns kannst Du:

  • fröhlich und traurig,
  • albern und ernst,
  • zufrieden aber auch wütend sein.

Alle diese Gefühle und noch viele andere sind völlig normal und in Ordnung.

Du wirst bei uns Kinder treffen, die das Gleiche erlebt haben und verstehen können, was Du empfindest.

Wir

  • spielen,
  • basteln,
  • lesen,
  • reden miteinander

oder tuen einfach, wozu wir Lust haben.

Was denkst Du? Wären wir was für Dich? Dann komm doch mal vorbei.

Wir freuen uns!


 

Infos für Eltern

Jedes Kind reagiert auf seine ganz individuelle Weise auf das Sterben eines Elternteils, Geschwisterkindes oder einer nahestehenden Bezugsperson.  Gemeinsam ist fast allen Kindern, dass ihre Trauer keine kontinuierliche ist, wie wir sie von uns Erwachsenen kennen. Sie trauern „auf Raten“, um sich vor einer Überforderung zu schützen.

Mit  fortschreitender Entwicklung und steigendem Alter begreift das Kind die Tragweite des Todes zunehmend vollständiger. Dies bedeutet aber auch, dass der Trauerprozess dann auf einer höheren Entwicklungsstufe erneut durchlebt werden muss. Dadurch bricht die akute Trauer bei Kindern immer wieder auf.

Diese Art des Trauerns ist uns Erwachsenen oft fremd. Wir sehen und verstehen die Kinder nicht immer. Kindertrauer kann sich ganz unterschiedlich äußern. Sie kann beispielweise durch Weinen, Abwehr, Protest, stille Trauer, Unauffälligkeit oder  Überangepasstheit  ihren Ausdruck finden. Andere Kinder machen viel Quatsch, blödeln herum oder verhalten sich so, als sei nichts geschehen. Vielfach versuchen Kinder erwachsene Familienmitglieder zu schützen, die mit ihrem eigenen Trauerprozess beschäftigt sind.

Die Trauerarbeit mit Kindern erfolgt meist in altersgerechten Gruppenangeboten . Die Gruppentreffen sind wohltuend für die Kinder, denn hier erleben sie, dass sie nicht alleine sind mit ihrem Schicksal. Sie finden einen Platz, an dem sie ihre Trauer in ihrer ganz eigenen Art und Weise, im kreativen Tun, in Bewegungsspielen, aber auch im ruhigen Austausch mit anderen zum Ausdruck bringen können. Ziel unserer Begleitung ist es auch, belastete Familiensysteme zu entlasten. Deshalb werden Sie als Eltern in den Prozess integriert.


 

Organisatorisches

Die Angebote für Kinder richten sich an 4- bis 18-Jährige, die um einen Elternteil, ein Geschwisterkind oder eine emotional nahestehende Bezugsperson trauern.

Die altersgerechten Gruppen (4 – 8 Jahre / 9- 13 Jahre und 14 – 18 Jahre ) finden zwei Mal im Monat an einem späten Nachmittag statt.

Vor der Aufnahme des Kindes in einer Gruppe führen wir ein Elterngespräch und geben dem Kind in einem zweiten Treffen die Möglichkeit, uns kennenzulernen. Diese ersten Begegnungen schaffen Vertrauen und erleichtern dann den Einstieg in die Gruppentreffen. Darüber hinaus bieten wir auch Trauerbegleitung für die Eltern trauernder Kinder sowie Familienberatung an.

Für junge Erwachsene (ab 18 Jahren), die um einen nahestehenden Verwandten trauern, gibt es ein gesondertes Angebot (LINK – offene Gruppe junge Erwachsene)

Wenn Sie Interesse an unserem Kinder- und Familienangebot haben, wenden Sie sich bitte an unser Büro. Dort werden Ihre Kontaktdaten aufgenommen und an die zuständige Trauerbegleiterin vermittelt. Sie wird sich dann schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.